Wieviel «Familienfreundlichkeit» ist angemessen?

Wenn es um das Thema «Familienfreundlichkeit» geht, werden die Diskussionen sowohl im beruflichen wie auch im privaten Umfeld oftmals lebhafter und hitziger. Die individuelle Messlatte, was denn nun als «familien-freundlich» gilt, wird dabei unterschiedlich hoch gesetzt.  Welche Unterstützungsmassnahmen können wir Eltern von Arbeitgebern und staatlichen Institutionen erwarten und wo darf auch an die Eigenverantwortung appelliert werden? Die aktuelle Corona-Krise wird massive finanzielle Folgen für unseren Staatshaushalt  haben und ich gehe davon aus, dass auch Muttenz mit weniger Steuereinnahmen und einer höheren Finanzierungslast rechnen muss. Somit verstehe ich in der aktuell äusserst schwierigen Zeit  nicht, wie in der Parteimitteilung  «Solidarität und Betreuungsangebote» (Anzeiger vom 17.4.2020 ) ein weiterer Appell gestartet wird; ein Appell an Muttenz, dass ein Mittags-Betreuungsangebot für Kinder sichergestellt und finanziert werden soll. Weiter wird die Frage aufgeworfen, ob die Gemeinde nicht grundsätzlich den Auftrag ausführen sollte, eine Mittagsbetreuung für unsere Kinder zu gewährleisten.

Ich bin der Meinung, dass Möglichkeiten von Angeboten, die noch familienfreundlicher gestaltet werden können, diskutiert und kritisch abgewogen werden sollen. Aber in der  aktuellen Krise, in welcher wir doch alle froh um die geschnürten Entlastungspakete von Bund und Kanton sind, finde ich es nicht angebracht, noch weitere Forderungen an allgemeinen Entlastungen betreffend Kinderbetreuung zu stellen. Sagen wir doch lieber einmal «Danke» für all die Angebote und Unterstützungsmassnahmen (v.a. auch für finanziell stark belastete Familien), die wir bereits nutzen können – gerade in der jetzigen Zeit.

Caroline Schmid, Muttenz